5 Argumente gegen eine Unternehmensseite auf XING

31. Mai 2017 um 23:53

– und 10 Gründe, warum Sie unbedingt eine haben sollten

Manche Fakten sind mir so klar und deutlich, dass ich Mühe habe nachzuvollziehen, warum jemand sie nicht so einleuchtend findet wie ich. Ein Fakt ist die Tatsache, dass heutzutage kein Unternehmer und kein Freiberufler es sich leisten kann, nicht im Internet vertreten zu sein. Denn alle – wirklich alle bis hin zu den „Alten“, die keineswegs mit dem World Wide Web aufgewachsen sind (und zu denen ich mich fast schon zählen darf) – alle informieren sich im Internet über Produkte und Dienstleistungen, selbst wenn sie manche Dinge dann am Ende lieber im Laden kaufen, bestellen oder buchen.

Weg durch den Wald

Zeigen Sie Ihren Kunden alle Wege, die zu Ihrem Angebot führen?

Umso unverständlicher ist mir ein solches Verhalten bei Jung-Unternehmern oder Freiberuflern, die es besser wissen sollten, da sie selbst in ihrem Konsum-Verhalten keinesfalls ohne Google auskommen. Warum also glauben sie ernsthaft, sie könnten auf eine zusätzliche Webpräsenz verzichten, die ihnen neben einer eigenen Adresse suchmaschinenrelevante Vorteile bietet und auf der sie ihre Blogbeiträge oder News ungebremst verbreiten können?

Würden sie einem Redakteur, der ihnen einen großzügigen Bericht in seinem seriösen, vielgelesenen Magazin anbietet, ein Interview verweigern? Sicher nicht. Würden sie zu einer kostenlosen ganzseitigen Anzeige im passenden redaktionellen Umfeld in der Tageszeitung ihrer Heimatstadt Nein sagen? Wohl kaum. Dennoch meinen sie, sie könnten es sich leisten, die kostenfreie zusätzliche XING-Seite für ihr Unternehmen abzulehnen, weil sie diese nicht brauchen. Ich begreife das nicht.

Die fünf fadenscheinigsten Argumente gegen eine XING-Unternehmensseite

  1. Das brauche ich nicht, ich hab ja schon eine Webseite.
  2. Wenn ich diesem Argument folge, brauche ich auch nur einmal zu sagen, was ich anbiete, und wer das nicht gehört hat, hat eben Pech gehabt. Hallo, es geht doch nicht darum, mir selbst einen Gefallen zu tun, sondern darum, die potentiellen Interessenten da abzuholen, wo sie stehen. Viele gucken auf XING nach, weil sie dort gewisse Standardinformationen erwarten: Was bietet das Unternehmen, wie groß ist es, wie lange schon auf dem Markt, wo sitzt es usw. Und zwar alles kompakt auf einer Seite, ohne flirrende Call-to-Actions oder Angebote des Tages oder tolle grafische Elemente, die von genau diesen Basis-Informationen ablenken.

    Brauche ich etwa keine Visitenkarte und keinen Flyer, weil ich ein Ladenschild an der Tür habe? Oder ist es nicht vielmehr so, dass ich für verschiedene Anlässe verschiedene Medien nutzen sollte, um mein Angebot bekannt zu machen? Warum dann also nicht jedes seriöse, gut positionierte Portal nutzen, das mir eine kostenlose Präsenz mit Links zu meiner Homepage bietet?

     

  3. Ich habe so viele Baustellen, da will ich nicht noch eine aufmachen.
  4.  

    Konsequent wäre das allenfalls für XING-Verweigerer, das stimmt (auch wenn es meiner obigen Argumentation widerspricht, dass man die Leute auf dem Kanal abholen muss, den sie gewählt haben, ob er einem nun gefällt oder nicht. Schließlich suchen wir Marketer die Kanäle, auf denen ein Angebot verbreitet wird, nicht nach Gusto aus sondern danach, wo die potentiellen Kunden sich herumtreiben bzw. was sie konsumieren.)

    XING-Profilbild-mit-Steckbrief

    Neben Ihrem Profilbild zeigt XING den Namen Ihres aktuellen Unternehmens – und das ist ein Link

    Das obige Argument zählt eben nur für die Verweigerer. Wer sich jedoch als Basis-Mitglied auf XING anmeldet, eine Profilseite anlegt und den Abschnitt „Berufliche Tätigkeit“ mit dem Feld „Name des Unternehmens“ ausfüllt, erzeugt damit eine XING-Unternehmensseite – nur ist die leer. Der Name des Unternehmens steht nämlich direkt neben dem Namen und Foto des XING-Mitglieds und verlinkt automatisch auf die auf diese Weise erzeugte Seite. Wenn jemand auf diesen Link klickt, öffnet sich die Seite und vermeldet „Keine passenden Unternehmen gefunden“.

    Sie brauchen kein Marketing-Experte und keine PR-Fachfrau zu sein, um auf Anhieb zu erkennen, dass das nicht nur eine fast sträfliche Nachlässigkeit ist, sondern dass diese Nachlässigkeit geradezu geschäftsschädigend ist. Die Information, dass dieses Unternehmen nicht zu finden ist, impliziert schließlich, dass es das Unternehmen nicht gibt! Welcher Suchende gibt sich schon die Mühe, weiter zu suchen, wenn man ihm Steine in den Weg legt? Statt den einfachen und bequemen Weg zu gehen, der schließlich nur einen Mausklick entfernt ist?

    Screenshot "Keine passenden Unternehmen gefunden"

    „Keine passenden Unternehmen gefunden“

    Mehr noch: Direkt unter der Meldung „Keine passenden Unternehmen gefunden“ sehen die Besucher eine gezeichnete Lupe und den Satz „Wir haben leider keine Unternehmen für Ihre Suchkriterien gefunden.“ Mit viel Freiraum drumherum, also kann man die Information gar nicht übersehen. Und dann schlägt XING auch noch vor: „Wir haben aber ein paar Vorschläge für Sie:“ und zeigt Logos, Namen und Adressen einiger Unternehmen, die nicht so dumm waren, ihre Seite nicht mit Inhalten zu füllen. Wenn Sie Pech haben, wird hier Ihre gesammelte Konkurrenz empfohlen …

     

  5. Ich habe auch so genügend Interessenten und Aufträge
  6.  

    Das mag ja stimmen, aber – und jetzt muss ich doch mal auf die Marketing-Expertise zurückgreifen – wir müssen im Marketing und in der Werbung oft antizyklisch arbeiten: Gerade wenn es uns gut geht, sollen wir für schlechte Zeiten vorsorgen. Denn wenn plötzlich die Flaute da ist, fehlen Zeit, Muße, Ruhe und Geld, sich um solche Dinge zu kümmern. Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, kann man sich schließlich nicht mehr für einen Schwimmkurs anmelden, sondern nur noch lauthals „Hilfe!“ schreien.

    Also: Wenn es Ihrem Unternehmen gerade gut geht, ist genau die richtige Zeit zu schauen, was noch getan werden kann, damit diese Welle Sie noch lange oben hält. Jetzt sollen Sie die Schaufenster putzen, das Angebot verfeinern, alle Kanäle nutzen, die erfolgversprechend sind – und erst recht die, die außer der investierten Mühe nichts kosten. (Wenn Sie viel Geld für Werbung übrig haben, können Sie natürlich noch viele andere Dinge machen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.)

     

  7. Die XING-Unternehmensseite wird überbewertet.
  8.  

    Ha! Das ist fast das arroganteste Argument, das mir zu Ohren gekommen ist. Überbewertet meint nämlich in dem Fall: Es sind ja gar nicht viele Leute, die darauf klicken, die kann man vernachlässigen. Nun bin ich keinesfalls ein Verfechter der „Der Kunde ist immer und überall König“-Theorie. Aber ich bin schon absolut der Meinung, dass man Interessenten ernst nehmen muss. Einem interessierten Kunden die gesuchte Information wissentlich zu verweigern, ist unverzeihlich. Und wenn es nur ein einziger Interessent in der Woche ist, der über mein XING-Profil stolpert und mehr wissen will, dann hat dieser eine einen Anspruch auf die Information, die er sucht.

    Screenshot Steckbrief faltmann PR

    Alle Basis-Informationen zum Unternehmen auf einen Blick

    In Marketing, Werbung und PR geht es immer darum, den Namen und die Marke bekannt zu machen, Interesse zu wecken, Image zu pflegen, potentielle Kunden aufzuspüren und dorthin zu lenken, wo sie finden, was sie suchen – und wir erlauben uns, eine hochkarätige, seriöse und wertvolle Chance einfach links liegen zu lassen? Unfassbar.

     

  9. Mein Blog landet in der Google-Suche viel weiter oben als die XING-Seiten.
  10.  

    Ja klar, das Blog wird aktuell gehalten und viel frequentiert, darum landet es oben. Aber doch nur, wenn die Leser es bereits kennen oder durch die richtigen Schlüsselwörter dorthin gelenkt werden. Genau darum geht es doch: die Aufmerksamkeit im vielumkämpften Suchmaschinenmarkt in die gewünschten Bahnen zu lenken.

    XING hat bei Google einen sehr hohen Ranking-Faktor und den kann man sich zunutze machen: Die XING-Seiten so optimieren, dass sie in der XING-Suche unter den gewünschten Suchbegriffen gefunden werden. Und wenn sie dort weit oben landen, werden sie mittelfristig auch bei Google unter diesen Schlüsselwörtern gefunden. So einfach ist das.

    Die XING-Seiten sollen ja kein Selbstzweck sein, sondern wiederum auf die Website und das Blog verweisen und so deren Traffic erhöhen. Und wenn dann über die Google-Suche und den XING-Treffer im Endeffekt jemand auf der Website oder dem Blog landet, haben wir genau erreicht, was wir wollten: mehr Traffic wird auf die Homepage geleitet. Es ist doch nicht so, dass die eine Seite der anderen etwas wegnimmt, sondern im Gegenteil: alle gemeinsam erhöhen den Traffic und die Bekanntheit, und darum geht es ja schließlich.

    Warum es dumm ist, keine XING-Unternehmensseite zu haben

    Liebe Leser, die oben angeführten Beispiel-Argumente habe ich nicht erfunden, sondern wirklich wörtlich so gehört. Was mich auf die Palme bringt, ist nicht die Tatsache, dass jemand nicht weiß, wie er seine Unternehmensseite einrichten kann – das ist eine Informationslücke, die sich ganz schnell schließen lässt – sondern die Arroganz, die hinter diesen Argumenten steckt – und ja, auch die Dummheit. Dumm deshalb, weil wir an allen möglichen Stellen Arbeit und Geld investieren, um unser Unternehmen bekannt zu machen – und hier eine kostenlose Möglichkeit sehenden Auges vernachlässigen.

    XING-Logo

    XING als Job-Agent

    Die gleichen Freelancer, die bei jeder Wald-und-Wiesen-Blogparade mitmachen, um ihr Blog bekannt zu machen, behaupten, sie bräuchten die XING-Seite nicht. Sie stecken Arbeit und Geld in Kampagnen und Anzeigen und bilden sich ein, diese kostenlose Seite bringe ihnen nichts. Dabei kann sie, wenn gut gepflegt und durch News-Beiträge mit wenig zeitlichem Aufwand aktuell gehalten, bei Google in den Suchergebnissen ziemlich weit oben landen und dadurch ihrem Blog weitere Besucher zuführen – mit viel weniger Aufwand.

    10 Argumente für eine Unternehmensseite auf XING

    Zum Schluss möchte ich noch einmal die Argumente aufzählen, die dafür sprechen, sich die Mühe zu machen, diese Seite auf XING mit Inhalt und vor allem mit Links zu füllen. Und anschließend jede News, die eine Pressemeldung wert ist, und jeden Blogbeitrag, der gelesen werden soll, mit einer kurzen Meldung im News-Bereich der Unternehmensseite zu posten und darauf zu verlinken. Wie das geht, erfahren Sie in einem der nächsten Blogbeiträge.

    1. Die XING-Unternehmensseite ist sowieso da – nur ist sie leer.
    2. Die Auskunft von XING zur leeren Seite wirft ein schlechtes Licht auf Ihr Unternehmen.
    3. Die Seite leer zu lassen, macht einen unprofessionellen Eindruck.
    4. Die mit Inhalt gefüllte Unternehmensseite hat eine eigene URL und ist somit suchmaschinenrelevant.
    5. XING hat einen hohen Rankingwert bei Google und daher werden XING-Seiten relativ weit oben angezeigt.
    6. Detaillierte Informationen zum Unternehmen schaffen Vertrauen beim interessierten Besucher.
    7. Viele Besucher erwarten, auf dieser Seite bestimmte Basis-Informationen zu finden, und suchen gezielt danach.
    8. Diese Basis-Informationen finden sich sonst fast nie auf einen Blick, kaum jedenfalls auf der eigenen Website.
    9. Jede Webseite, die auf unsere Unternehmensseite verlinkt, ist im Internet Gold wert.
    10. Eine Webseite, die viele Links auf Unterseiten und Landingpages enthält, ist mehr als Gold wert.

    Liebe Leser, fallen Ihnen weitere Argumente ein? Haben Sie ähnlich unsinnige Sätze gehört? Oder sind Sie eventuell sogar ganz anderer Meinung als ich? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

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