Die Pressebox: eine Abrechnung

18. Januar 2017 um 08:10

Was ich nach über 10 Jahren Zusammenarbeit vom Service, der Preispolitik und der Beratungsleistung der Pressebox halte

Ich weiß und habe es neulich erst wieder in Carinas Beitrag „Wen lässt Du in Deinen Kopf?“ gelesen – danke für den tollen Newsletter „Um 180 Grad“ – dass ich mich nicht lange mit Leuten beschäftigen soll, die mich ärgern, kränken oder einfach nur blöd sind. Dazu gehören die Praktikantin, die einen gut zahlenden Kunden mit ihrer Dämlichkeit vergrault, der Unternehmer, der ein aufwändiges Angebot haben möchte, dann nicht reagiert und schließlich auf mein Nachfragen patzig wird, der Rechtsanwalt, der auf Mails nicht antwortet und sich am Telefon verleugnen lässt, sowie der Kunde, der wochenlang jeden zweiten Tag auf meinem Schoß sitzt, sich dann aber einen Studenten als Webdesigner an Land zieht und seine letzte Rechnung nicht bezahlen will.

Sie sehen, ich muss manchmal tief Luft holen, um meinen Humor nicht zu verlieren.

Doch manche Geschichten müssen im Detail an die Öffentlichkeit, einfach um auf schädliches Verhalten aufmerksam zu machen und möglicherweise andere davor zu bewahren, in die selbe Falle zu tappen wie ich – und auch, um den Ärger einfach mal loszuwerden.

 

Die Pressebox

Logo PresseboxDazu gehört mein fortgesetzter Frust über einen einst geschätzten Geschäftspartner, der aus Ignoranz oder aus welchen Gründen auch immer meinem Unternehmen mehr und mehr Schaden zugefügt hat: Die Pressebox. Die Pressebox hat mir Kunden abgeworben, die ich ihr zugeführt hatte, Neukunden bessere Konditionen angeboten als mir als Agentur, mir wiederholt Tickets falsch abgerechnet („weil das System sich nicht irren kann, ist das gar nicht möglich“), mich in einer Notlage in die Enge getrieben und in einen Knebelvertrag gelockt und mich schließlich nach weiteren zwei Jahren erst nach erheblichem nervlichem und argumentativen Aufwand aus ihrem für mich absolut wertlos gewordenen Abonnement entlassen.

EXKURS: In meinem früheren Leben als Angestellte arbeitete ich eine Zeitlang als PR-Manager in Köln für den Lösungspartner eines großen Herstellers von Netzwerk-Produkten, dessen Name nicht genannt werden soll. Da kam das Problem auf, dass dieser große Hersteller für seine Reseller eine Preisliste hatte – die natürlich differierte, je nachdem, wie viele Produkte der jeweilige Partner abnahm – aber plötzlich großen Endkunden die Kisten zu weit niedrigeren Preisen anbot als den Resellern. Unglaublich, oder?

Wir waren fassungslos über diese Preispolitik, denn wie sollten wir unseren Endkunden die Produkte zu einem vernünftigen Preis verkaufen, wenn sie diese beim Hersteller direkt viel preiswerter bekamen? Selbst wenn sie unsere Dienstleistungen bezahlen wollten, kauften sie doch die Hardware selbst direkt beim Hersteller, denn sie konnten ja rechnen. Wir als Lösungsanbieter hatten in unserer Preiskalkulation aber natürlich die Marge für die Boxen mit eingerechnet und daher die Dienstleistungen entsprechend günstig angeboten. Blöd gelaufen.

Selbstverständlich kann ich belegen, was ich hier schreibe: Wie mir Pakete für Tickets angepriesen wurden, die ich meinen Kunden weiterverkaufen könne – und dann den Kunden die gleichen Tickets zum weit niedrigeren Preis angeboten wurden. Wie meine Kunden regelrecht abgeworben wurden: Kunden, die über meinen Account und auf meine Rechnung Pressemeldungen eingestellt hatten – und dies plötzlich nicht mehr taten, sondern selbst einen Vertrag direkt mit der Pressebox schlossen, weil der für sie viel günstiger war.

Auf meine Nachfrage, warum sie keine Pressearbeit mehr über meine Agentur mache, erhielt ich von einer langjährigen Kundin wörtlich zur Antwort: „Ich würde gerne weiter mit Dir arbeiten und habe Deinen Service immer sehr geschätzt – aber die Pressebox hat mir so ein günstiges Angebot gemacht, da konnte ich nicht Nein sagen …“

Wie ich selbst sogar als mutmaßlicher Endkunde – aus Versehen im falschen Verteiler der Pressebox gelandet – Angebote erhielt mit der Überschrift „Alle Preise purzeln“ oder „Flatrate: 1 Jahr für monatlich 99 Euro!“ und ähnliche, die mich jedes Mal fast in Ohnmacht fallen ließen, denn ich selbst bezahlte zu der Zeit 1000 Euro für ein 10er-Ticket, also mehr als die Endkunden – und das im Voraus. Wie sollte ich meine 100-Euro-Tickets an die Endkunden weiterverkaufen, wenn die ein Angebot für eine Jahresflat von 99 Euro im Monat hatten, wobei sie so viele Meldungen einstellen konnten wie sie wollten? Nicht einmal zum Selbstkostenpreis kann ich das einem Kunden schmackhaft machen.

EXKURS: Versuchen Sie einmal, auf der Website der Pressebox Preise herauszufinden. Früher gab es eine Seite, auf der stand, was eine Meldung, ein 3er- oder 10er-Paket oder eine Flatrate kosten, und Sie konnten sich das als PDF herunterladen und Ihren Kunden zeigen. Inzwischen steht da nur noch „Fragen Sie nach einem Angebot“. Als Agentur haben Sie folglich gar nicht mehr die Möglichkeit, Preise vergleichend darzustellen, um Ihr Angebot transparent zu machen, und auch die Endkunden blicken nicht mehr durch.

Anderen Agenturen zur Warnung kann ich nur sagen: Lasst Euch keinesfalls auf einen Jahresvertrag oder ein Zehnerticket oder Ähnliches mit der Pressebox ein. Wenn man unbedingt mit der Pressebox arbeiten möchte, ist die einzige Möglichkeit, den Kunden zu überzeugen, ein Paket dort auf eigene Rechnung zu kaufen – oder besser noch: sich eine Alternative zu suchen. Sucht Euch ein Presseportal, das im Preis günstiger und im Service verlässlicher ist als die Pressebox und das vor allem fair mit seinen Geschäftspartnern umgeht.

Damit das hier nicht als schiere Behauptung steht, werde ich genau berichten, mit welchen Methoden die Pressebox die Agentur faltmann PR mehr und mehr in die roten Zahlen getrieben hat.
 

Erstes Kapitel: Von Anfang an dabei

Als Anbieter von Pressearbeit war ich ziemlich früh als Kundin bei der Pressebox. Schließlich bot sie ein damals einmaliges, gutes Portal für IT- und Technik-Themen und meine Kunden sind aus der IT- und Technik-Branche. Ich kaufte im November eine Jahresflatrate für teures Geld: Ich musste 1999 Euro im Voraus bezahlen. Für meine Agentur mit 4 bis 8 Pressekunden, die nicht alle monatlich veröffentlichen und maximal 100 Euro für eine Meldung in der Pressebox bezahlen, bedeutet das, dass ich so etwa in der Jahresmitte meinen PoR habe und ab Juni an den Meldungen verdiene bzw. Geld zurücklegen kann fürs nächste Paket.

Als einer der frühen Kunden war ich nebenbei ganz gehörig an der Verbesserung des Portals beteiligt: Ich protokollierte, was nicht funktionierte oder nicht benutzerfreundlich war, und schrieb auch die Anforderungen auf, die aus Sicht einer Agentur, die mehrere Pressefächer für Kunden verwaltet, wünschenswert waren.

So stand ich in einem ständigen konstruktiven Dialog mit der Pressebox und wir hatten ein gutes Verhältnis – obwohl mich schon zu dieser Zeit 3 Dinge sehr störten: Erstens bekam ich dauernd einen neuen Ansprechpartner, gefühlt mehrmals im Jahr. Und zweitens war der Einstelldienst für die Meldungen unzuverlässig bzw. musste so exakt für jedes Komma und jede Überschrift gebrieft werden, dass ich diesen Dienst nicht in Anspruch nahm, sondern die Meldungen lieber gleich selbst einstellte. Dies führte – und das ist das dritte Manko – wiederholt dazu, dass eine Meldung doppelt veröffentlicht wurde, die ich schon selbst eingestellt hatte, aber auf anderem Weg über den Verteiler beim Service gelandet und von diesem als Dublette noch einmal eingestellt wurde. Dann musste ich oft mehrmals telefonieren, bis die Dublette entfernt war.
 

Zweites Kapitel: Neue Preisstrategie

Plötzlich änderte die Pressebox ihre Preisstrategie: Ich sollte nicht mehr eine Jahresflat für mein Geld bekommen, sondern nur noch eine bestimmte Anzahl Tickets, weil große Agenturen wohl hunderte von Meldungen eingestellt und richtig gut daran verdient hatten. Es kostete mich tagelange zähe Verhandlungen und etliche Telefonate, bis man einsah, dass ich, die ich immer nur ca. 50 Meldungen im Jahr eingestellt hatte, wenigstens weiterhin diese Anzahl von 50 Tickets als Jahresflat bekam.

Sobald ich die Grenzmarke von 50 Meldungen überschritt, musste ich zukaufen, was natürlich Stress machte, denn ich musste die Preise für meine Kunden (die Endkunden) so kalkulieren, dass ich am Jahresende meinen Schnitt machen konnte. Zum einen war es schwer zu kommunizieren, dass die Kunden plötzlich für ein Ticket deutlich mehr bezahlen sollten als vorher. Zum zweiten konnte ich nicht sicher sein, ob ich tatsächlich 50 Tickets im Laufe des Jahres verkaufen würde. Im Fall, dass ich auf der Hälfte sitzen bliebe, würde ich die Tickets unter Einkaufspreis verkauft haben und draufzahlen müssen.

Sicher muss man als Dienstleister immer mal wieder mit so einem Risiko arbeiten. Aber es hätte mir doch sehr geholfen, wenn mein Geschäftspartner Pressebox sich ein wenig in meine Situation versetzt und mir mit Rat und gegebenenfalls sogar mit Tat zur Seite gestanden hätte. Ehrlich gesagt hatte ich das erwartet, weil ich schließlich mit der Pressebox gewachsen und sie mit groß gemacht hatte. Zwar war mein Unternehmen nur sehr bescheiden gewachsen, aber ich hatte die Pressebox seit Jahren begleitet und empfohlen und auch sozusagen als Alpha-Tester unterstützt und dachte, sie würde eine gewisse Loyalität aufbringen. Tat sie aber nicht.

 

Drittes Kapitel: Etwas gerät in Schieflage

In der Tat ging das Modell im ersten und zweiten Jahr noch gut, im dritten aber nicht: hatte ich im ersten Jahr der neuen Preise noch 47 Tickets weiterverkaufen können, waren es im zweiten Jahr 65 – und im dritten nur 36, im vierten 21. Das bedeutet, ich hatte am Ende des Pressebox-Jahres einen Überhang von fast 30 Tickets, die bezahlt, aber dann sozusagen im Lager vergammelt waren, denn sie wurden automatisch im November wertlos und konnten nicht ins neue Pressebox-Jahr übertragen werden.

Nun ist das oft so bei Paketpreisen, dass man Dinge bezahlt, die man nicht mehr braucht oder falsch eingeschätzt hat. Zu dem Zeitpunkt war ich zwar alarmiert, aber immer noch guter Hoffnung, dass ich als wertvoller, langjähriger Geschäftspartner in der Pressebox einen Partner hätte, mit dem gemeinsam ich beraten könnte, wie man einen Weg aus der Misere fände. Also tat ich, was mir vernünftig schien: Ich legte meine Situation offen und bat um ein Gespräch.

 

Viertes Kapitel: Etwas geht ganz und gar schief

Erwähnte ich schon, dass meine Kontaktperson bei der Pressebox ständig wechselte? Als ich um ein Telefongespräch bat, war es wieder so weit. Man teilte mir mit, dass mein bisheriger Gesprächspartner im Unternehmen einen neuen Posten habe und mir jetzt Frau X. zugeteilt sei, die mich am gewünschten Termin anrufen werde. Ich bestätigte Frau X. den Termin per eMail und schrieb ihr meine 5 Fragen, damit sie nicht unvorbereitet ins Gespräch käme.

Es waren denkbar einfache Fragen, in der Art: Kann es sein, dass die Anzahl der Pressemeldungen abnimmt, Unternehmen also weniger in Pressearbeit investieren? Ist das Verhältnis der Pressemeldungen, die von Agenturen eingestellt werden, zurückgegangen zugunsten der Pressemeldungen, die von den Unternehmen selbst eingestellt werden? usw. Es ging mir also darum, herauszufinden, ob mein Gefühl richtig war, dass es einen Abwärtstrend gab, der auch uns als Agentur betraf: Dass die Unternehmen entweder ihr Marketinggeld anders verwandten als in Pressearbeit oder aber das Budget dafür kleinhielten, indem sie selbst die Meldungen schrieben und verteilten und eben auch in die Pressebox einstellten.

Selbstverständlich brauchte ich nur Trends, nicht einmal konkrete Zahlen. Ich erhielt – nichts. Die neue Ansprechpartnerin, die seit Tagen meine Fragen vorliegen hatte, hielt sich mit leeren Allgemeinplätzen auf, bewarb die Pressebox und konnte keine einzige meiner Fragen beantworten. Und zwar nicht, weil sie keinen Zugang zu den Daten gehabt hätte, sondern sie hatte sich die Fragen gar nicht angesehen und deshalb auch nicht recherchiert.

Ich war wütend. Schließlich habe ich meine Zeit nicht gestohlen, bin zahlender Kunde und erwarte einen gewissen Service. Fehlanzeige. Meine sogenannte Beraterin wusste weniger als ich selbst über Pressearbeit und Presseportale und hatte sich nicht einmal mit meinen Fragen unterm Arm schlau gemacht, um ihren mangelnden Erfahrungsschatz aufzuwiegen. Ich war sehr wütend und sagte das auch. Ich unterstellte, man habe mir eine Praktikantin als Beraterin zugewiesen. Das war natürlich unverschämt – und ungerecht gegenüber allen Praktikanten, die würden sich sicherlich auf so ein Gespräch vorbereiten.

 

Fünftes Kapitel: Friss oder stirb

Die Situation eskalierte und ich erhielt einen anderen Berater. Der hatte nur den Vorteil der Pressebox im Auge und interessierte sich nicht die Bohne für meine Notlage. Ich hatte zu der Zeit Aussicht auf eine Vertragsverlängerung mit meinem besten Endkunden und somit auf den Verkauf weiterer Pressemeldungen und bat darum, die Laufzeit meiner noch nicht verbrauchten, aber bereits bezahlten Tickets um ein Jahr oder wenigstens ein halbes zu verlängern.

Das einzige Angebot von Seiten der Pressebox war: Wenn ich meine fast 30 Tickets Überhang ins neue Jahr retten wolle, müsse ich ein neues Kontingent für 1000 € erwerben. Ich versuchte zu verhandeln, bot 500 €, redete mir den Mund fusselig, beschwor, erklärte, bettelte. Vergebens.

Man bedenke, mir stand das Wasser bis zum Hals, und dieser Mensch setzte mir dazu noch das Messer an die Brust: Entweder gibst Du ganz auf oder Du akzeptierst meine Bedingungen, ohne Wenn und Aber. Das bedeutet, Du zahlst zuerst noch einmal 1000 € (obwohl Du pleite bist). O.k., in zwei Raten. O.k., die neuen Ticlets sind 24 Monate gültig (statt 12). Aber entweder kaufst Du dieses Kontingent und darfst zusätzlich zu den neuen Tickets Deine alten noch verbrauchen – oder nichts geht mehr.

Dummerweise habe ich nachgegeben. Dachte ich doch, ich bräuchte die Tickets, um meinen alten guten Kunden weiterhin bei Laune zu halten. Denn der stand auch auf der Kippe, lag doch ein Wechsel in der Geschäftsführung an und mit dem neuen Geschäftsführer kommt dann oft auch eine neue Agentur ins Spiel, egal wie gut oder schlecht die alte war. (Genau das ist dann auch passiert und ich blieb auf meinen Tickets sitzen.) Ich unterschrieb den Vertrag und saß somit auf nutzlosen 40 Tickets. Das ein oder andere konnte ich in der Folgezeit verkaufen (oder verschenken!), aber am Ende der 2-Jahresfrist waren immer noch 17 Tickets übrig.

 

Sechstes Kapitel: Ende mit Schrecken

Als ich die Pressebox wiederum um Verlängerung der Laufzeit für diese übriggebliebenen 17 Tickets bat, die im November abliefen, erhielt ich zur Antwort, man werde sie mir gnädigerweise in das neue Paket packen, das mit neuer Laufzeit im November beginne. Ach Du Schreck! Wieder ein neues Paket kaufen und anbieten wie alte Semmeln, zum Niedrigpreis schmackhaft machen, damit wenigstens der eine oder andere Kunde bereit ist, für das Pressefach in der Pressebox so viel Geld zu bezahlen? Nie im Leben!

Um es kurz zu machen: Es gab ein Ende mit Schrecken. Nach vielen Telefonaten und langen eMails und Streitgesprächen gab die Pressebox nach und entließ mich aus dem Vertrag, der sich jedes Jahr automatisch verlängert, wenn er nicht einen Monat vor Ablauf gekündigt wird. Meine alte Kündigung war durch das neu erworbene Kontingent ungültig geworden und ich war wieder, ohne es zu realisieren, in einen neuen Dauervertrag hineingerutscht.

 

Mein Fazit: Nie wieder Pressebox

So endete meine Geschäftsbeziehung zur Pressebox. Ich werde für meine Agentur nie wieder ein Kontingent dort kaufen, nicht nur, weil es schwer ist, die Tickets gewinnbringend weiterzuverkaufen, sondern besonders deshalb, weil von Seiten der Pressebox alles getan wird, diesen Weiterverkauf zu erschweren und unattraktiv zu machen. Dabei verstehen die Berater der Pressebox gar nicht, was sie anrichten.

 

  • Die Pressebox wirbt meine Kunden mit Sonderangeboten ab

 

 

Sie bieten den Endkunden eine Flatrate für 99 € im Monat an. Wie soll ich ein Ticket, das mich als Agentur 100 € gekostet hat, einem Kunden gewinnbringend weiterverkaufen, wenn er das gleiche Ticket für 99 € direkt bei der Pressebox erwerben kann – beziehungsweise sogar günstiger, denn er kann für 99 € sogar 2, 3 oder mehr Meldungen einstellen.

 

  • Die Pressebox sagt, eine schlaue Agentur verkaufe eben ihre Mehrleistungen rund um das Ticket

 

Liebe Leute, ich betreibe dieses Geschäft Pressearbeit seit über 20 Jahren und ich weiß, welche Mehrleistungen ich anbiete, inklusive Social Media usw. Die Kunden nehmen die Mehrleistungen gerne in Anspruch – kaufen aber trotzdem das Pressebox-Ticket lieber direkt beim Anbieter, weil es für sie billiger ist, denn bei mir kostet es 120 oder 160 € – bei der Pressebox aber nur – je nach gebuchtem Paket – 99 € oder sogar weniger. Und ich habe dann Kunden für meine Service-Leistungen rund um die Pressearbeit, bleibe aber auf meinen Tickets sitzen.

 

    • Die Pressebox stellt Meldungen doppelt ein und berechnet sie mir zweimal!

 

Mehrmals ist es passiert, dass wir eine Meldung eines unserer Kunden eingestellt haben und plötzlich die gleiche Meldung des gleichen Kunden noch einmal erschien (nur nicht so schön). Nicht so schön heißt: Der Teaser war nicht fett, es fehlten Links, Absätze, Bilder, Short Facts und Marketing Teaser usw. Wir haben dann immer schnell interveniert und erreicht, dass die Pressebox die Doppelmeldung wieder löschte – allerdings vergaß sie dann meistens, uns das Ticket wieder gutzuschreiben, das sie ungefragt für die Doppelmeldung aus unserem Kontingent entnomnmen hatte. Also nicht nur Ärger wegen der nicht von uns beauftragten Doppelmeldung, sondern wir mussten sie dann auch noch bezahlen!

 

    • Die Pressebox behauptet, das System könne nicht irren, es müsse also mein Fehler sein.

 

Mehrmals hatten wir die oben beschriebene Situation und es ist mir nicht immer gelungen, mich durchzusetzen und die Tickets zurückzubekommen. So schrumpfte mein Ticketvolumen stetig, und nur wenn ich das rechtzeitig nachverfolgte und nachwies, erhielt ich Tickets wieder gutgeschrieben. Jedoch nie eine Entschuldigung!

Doch, einmal: Als gegen Ende unserer Geschäftsbeziehung wieder so ein Faux pas passierte, schenkte man mir als großzügige Geste eine Ontop-Meldung – als ich diese jedoch einige Wochen später in Anspruch nehmen wollte, war das Geschenk bereits wieder vergessen und musste nachdrücklich eingefordert werden. Kundenservice geht anders.

 

    • Die Pressebox bucht Tickets meiner Ex-Kunden von meinem Konto ab!

 

Wann ist ein Kunde ein Ex-Kunde? Das ist ein schleichender Vorgang, es kommen weniger Aufträge, der Strom versiegt – oder schwillt plötzlich wieder an, man weiß nicht so genau, wann der Punkt ist, der das Ende bedeutet. Darum kann ich als Agentur auch nicht sagen, gestern war der Y mein Kunde, heute ist er es nicht mehr – es sei denn, wir haben uns im Streit getrennt.

So passierte es immer wieder im Laufe der Jahre, dass Ex-Kunden Meldungen herausschickten – und die Pressebox diese großzügig über mein Konto laufen ließ und online stellte. Dabei hätte man wissen müssen, dass wir unsere Meldungen IMMER selbst einstellen, nie an der Kundenservice schicken (aus Gründen), zumal wir alle paar Wochen darauf hinwiesen und uns über die Missachtung dieser Regel beschwerten. In dem Fall, dass Ex-Kunden ihre Meldung über unser Kontingent laufen ließen – wobei sie keine Schuld trifft, sie hatten ja selbst keine Ahnung, was da ablief – fielen uns aber die Meldungen nicht einmal als Dubletten auf, weil es ja keine Dubletten waren. Die Ex-Kunden profitierten munter von unseremn Kontingent und die Pressebox kassierte unsere Tickets dafür.

Wenn uns das auffiel, musste ich noch langwierige Beweise antreten und selbst kontrollieren, ob die Tickets uns wieder gutgeschrieben wurden. Auch dafür hat sich nie jemand entschuldigt oder von sich aus eine Lösung vorgeschlagen – außer der, ich müsse halt Bescheid sagen, wenn einer nicht mehr mein Kunde sei.

Das geht aber nicht, weil es 1. ein schleichender Prozess ist, manchmal macht der Kunde nur eine längere Pause und steigt dann wieder ein und 2. wenn ich der Pressebox einen Kunden melde, der jetzt vermutlich Ex-Kunde ist, wird er sofort von den Vertrieblern angebaggert und mit Sonderangeboten gelockt, so dass ich gar keine Chance habe, ihn zurückzugewinnen.

Da fragt man sich doch, wie dieses schlaue System funktioniert, das sich nicht irren kann, aber nicht in der Lage ist, mit der Agentur verknüpfte Tickets nur für die Agentur freizuschalten? Und vor allem, warum die Kundenberater der Pressebox nicht in der Lage sind, solche Dinge im Auge zu behalten und gegebenenfalls eine Lösung für die Agentur zu finden? Und on Top, warum sich nicht mal jemand für all die Ungemach entschuldigt?

Und wenn sie nicht gestorben sind …

Die Pressebox ist für mich das beste Beispiel dafür, wie man ein gutes Produkt kaputt machen kann, indem man auf seine Vertriebspartner nicht eingeht, nur die Menge an verkauften Produkten im Auge hat, nicht die Zufriedenheit der Multiplikatoren, und wie man mit allein am Profit orientierten Verhalten vollkommen am Kunden vorbei agiert.

Sie werden es nicht glauben, liebe Leser, aber bis zum Schluss waren meine Gesprächspartner bei der Pressebox der festen Überzeugung, mir gute Angebote gemacht zu haben – und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie es vermutlich noch heute.

Jetzt sind Sie dran

Schimpfen Sie mich ruhig naiv oder blauäugig oder was Ihnen sonst so einfällt. Abgesehen davon: Finden Sie es in Ordnung, einen jahrelang treuen Kunden so zu behandeln? Was hätten Sie an meiner Stelle gemacht?

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