Was Sie schon immer über Kreditkarten wissen wollten

29. Oktober 2018 um 19:33

Kreditkarte, Debit-Karte, Charge-Kreditkarte, Revolving-Kreditkarte – kennen Sie die Unterschiede?

Welche unterschiedlichen Kreditkarten es gibt, wie die Abrechnung funktioniert und worauf Sie bei der Wahl eines Kreditkartentyps und des Anbieters achten sollten, verrät der fachkundige Beitrag unseres Gastautors Marcel Ziegler, Betreiber der Website www.kreditkartenvergleich.com

Ausschnitt einer blauen Kreditkarte mit Chip

Ausschnitt einer Kreditkarte (Foto: Miloslav Hamřík | Pixabay)

Kreditkarten sind ein äußerst praktisches Zahlungsmittel, denn sie ermöglichen es nicht nur, Käufe bargeldlos zu tätigen und sich an Bankautomaten mit Bargeld zu versorgen, sondern können auch eine Form von Kleinkredit darstellen. Mit einer entsprechenden Kreditkarte können spontan auch größere Ausgaben getätigt werden – die Abrechnung erfolgt dann erst am Monatsende oder sogar ratenweise.

Da die Anbieter für diese Leistungen unterschiedlich hohe Gebühren und Zinsen verlangen, ist es wichtig, vor der Anschaffung einer Kreditkarten die verschiedenen Kartentypen und Kreditkartenanbieter gründlich zu vergleichen, um unverhältnismäßig hohe Kosten zu vermeiden.

Unterschiedliche Karten, verschiedene Abrechnungsarten

Das Hauptunterscheidungsmerkmal von Kreditkarten ist die Art, wie die Abrechnung einer Bezahlung erfolgt. Die gängigste Form einer Kreditkarte ist die Debit-Karte. Bei dieser handelt es sich nicht um eine Kreditkarte im engeren Sinn, da kein Kredit gewährt wird. Stattdessen wird der zu zahlende Betrag zeitnah von dem mit der Karte verknüpften Girokonto abgebucht. Obwohl für den Erwerb einer Debitkarte eine Bonitätsprüfung notwendig ist, akzeptieren insbesondere Hotels und Autovermietungen im Ausland diese Karten oft nicht, da sie befürchten, dass der in Rechnung gestellte Betrag bei einer mangelhaften Deckung des zugehörigen Kontos nicht beglichen wird.

Bei den meisten Geschäften akzeptiert sind dagegen Charge- und Revolving-Kreditkarten, bei denen abhängig von der Bonität des Karteninhabers ein persönlicher Kreditrahmen vereinbart wird und die Abrechnung jeweils am Monatsende erfolgt. Diese beiden Kreditkartenarten unterscheiden sich ausschließlich in der Art der Rückzahlung. Während bei einer Charge-Kreditkarte alle Umsätze in Gänze abgerechnet und von dem mit der Kreditkarte verknüpften Girokonto abgebucht werden, besteht bei Revolving-Kreditkarten die Möglichkeit, Kreditraten festzulegen. In diesem Fall wird dann zum Monatsende nur ein bestimmter Prozentsatz der Gesamtsumme, mit der die Karte belastet wurde, als Ratenzahlung fällig. Allerdings sind die dafür berechneten Zinsen häufig deutlich höher als bei regulären Krediten oder der im Rahmen des Dispos erlaubten Überziehung des Girokontos.

Prepaid-Kreditkarte und virtuelle Kreditkarte

Bonitäts-unabhängig werden dagegen Prepaid-Kreditkarten ausgegeben, die mit einem Guthaben in individueller Höhe aufgeladen werden können. Es handelt sich deshalb auch bei dieser Variante nicht um eine echte Kreditkarte, da kein Kredit gewährt wird. Dadurch besteht hier weder das Risiko, dass die damit bezahlten Beträge nicht abgebucht werden können, noch dass es zu einer Überschuldung kommt. Prepaid-Kreditkarten unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise aber nicht von regulären Kreditkarten und ermöglichen wie diese die bargeldlose Zahlung.

Eine neuere Form der Kreditkarte ist die virtuelle Kreditkarte, die nicht physisch, sondern lediglich in Form einer Kreditkartennummer und einer CVC-Prüfnummer vorliegt. Auch virtuelle Kreditkarten werden meist auf Guthabenbasis vergeben und erfordern deshalb keine Bonitätsprüfung. Anders als andere Karten können sie ausschließlich bei Käufen im Internet eingesetzt werden.

Gebühren und Kosten für Kreditkarten

Die monatlich anfallenden Kosten hängen außerordentlich stark von der Art der Kreditkarte, dem Kartenanbieter sowie dem persönlichen Verfügungsrahmen ab. Während die Bezahlung per Kreditkarte in Deutschland und in der EU grundsätzlich kostenlos für den Karteninhaber sind, können bei Zahlungen im Nicht-EU-Ausland teilweise recht hohe Gebühren fällig werden.

Geldbörse mit diversen Geld-, EC- und Kredit-Karten

Geldbörse mit diversen Geldkarten (Foto: Steve Buissinne | Pixabay)

Außerdem kostet sowohl im Inland als auch im Ausland eine Bargeldabhebung am Automaten möglicherweise eine zusätzliche Gebühr, deren Höhe sich je nach Bank, abgehobenem Betrag und Land unterscheidet. Die meisten Banken bieten ihren Kunden jedoch zumindest im Inland, häufig auch innerhalb der EU oder sogar im gesamten Ausland, eine kostenlose Bargeldabhebung am Automaten an. Falls es sich um ein Land außerhalb der Euro-Zone handelt, wird meist eine Fremdwährungsgebühr berechnet, wobei es auch hier Anbieter gibt, die darauf verzichten.

Bei Charge-Kreditkarten und Revolving-Kreditkarten werden zusätzlich neben einer eventuellen Jahresgrundgebühr natürlich auch die Zinsen für den jeweils gewährten Kredit berechnet. In manchen Fällen sind auch die Kontoauszüge nicht kostenfrei. Zusätzlich muss bei vielen Kreditkarten damit gerechnet werden, dass sowohl die Ausstellung einer Zweitkarte nach Verlust mit Kosten verbunden ist als auch bei Kartenmissbrauch durch Dritte ein Eigenanteil übernommen werden muss.

Vorsicht bei kostenlosen Kreditkarten

Vielfach werden inzwischen auch kostenlose Kreditkarten beworben. Bei diesen Angeboten lohnt es sich, genauer hinzuschauen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Meist bezieht sich die Aussage, dass die Karte kostenlos ist, nämlich lediglich darauf, dass keine Jahresgrundgebühr berechnet wird. Andere Kosten können dennoch anfallen. Kostenlose Kreditkarten mit sehr geringen zusätzlichen Gebühren bieten in der Regel keine zusätzlichen Leistungen, wie sie bei Premium-Kreditkarten üblich sind, erklären die Experten des Portals Kreditkartenvergleich.com. Sie eignen sich deshalb hervorragend als Basis-Kreditkarte für den Alltagsgebrauch. Wer seine Karte clever auswählt, kann dann Vorzüge wie kostenloses Geldabheben oder gebührenfreies Bezahlen im Ausland zum Nulltarif in Anspruch nehmen!

Extra-Leistungen bei (Premium-)Kreditkarten

Bei zahlreichen Kreditkarten sind zusätzliche Leistungen in der Jahresgebühr enthalten. Neben verschiedenen Rabatten oder Gutschriften, die nach dem Bezahlen in bestimmten Geschäften gewährt werden, fallen darunter beispielsweise Bonusprogramme von Fluglinien und der Bahn sowie unterschiedliche Versicherungsleistungen. Für alle, die häufig im Ausland unterwegs sind, kann beispielsweise eine zusätzliche Absicherung bei einem Rücktritt von der Reise oder eine Vollkaskoversicherung für Mietwagen sinnvoll sein. Besonders viele Zusatzleistungen und verschiedene VIP-Services bieten die Silber-, Gold- und Platinversionen der verschiedenen Kreditkarten. Da sich dabei aber auch die anfallenden Gebühren deutlich erhöhen, lohnt es sich, sorgfältig die verschiedenen Angebote zu vergleichen, um herauszufinden, ob die Zusatzleistungen wirklich benötigt werden und die höheren Kartenkosten wirklich rechtfertigen.

Kreditkartenanbieter

Geldbörse mit Kreditkarten und Münzen

Geldbörse mit Kreditkarten und Münzen (Foto: Steve Buissinne | Pixabay)

Die bekanntesten Kreditkartenanbieter sind Visa und Mastercard, die in Europa den Markt beherrschen. Sie arbeiten mit zahlreichen größeren Banken und Unternehmen zusammen, die meist namentlich auf der Karte genannt werden und sowohl die anfallenden Gebühren festlegen als auch das Design der individuellen Karte bestimmen. Die Abrechnung erfolgt aber über das jeweilige Kreditkartenunternehmen, das dann Abbuchungen von dem Konto vornimmt, das bei der Beantragung der Kreditkarte festgelegt wurde.

Während beide Kartenarten in Deutschland gleichermaßen akzeptiert werden, kann es im Ausland sinnvoll sein, sowohl eine Visa- als auch eine Mastercard-Kreditkarte im Gepäck zu haben, falls eine der beiden nicht genutzt werde kann. Je nach Land sollte auch eine Version von American Express oder Diners Club mitgeführt werden, die beide in Europa eher unüblich sind und hier von vielen Geschäften nicht angenommen werden. Anders als bei Visa und Mastercard geben diese Anbieter ihre Kreditkarten übrigens selbst heraus.

Sicherheit beim Einsatz der Kreditkarte

Natürlich lässt sich ein Missbrauch der Kreditkarte durch Kriminelle niemals gänzlich ausschließen. Allerdings haben sich verschiedene Maßnahmen etabliert, die eine größtmögliche Sicherheit gewährleisten. Neben einer versteckten Schrift, die nur unter UV-Licht sichtbar wird, und fälschungssicheren Hologrammen, mit denen sich echte von duplizierten Karten optisch unterscheiden lassen, ist dabei vor allem der EMV-Chip von großer Wichtigkeit. Dieser Prozessorchip lässt sich anders als ein Magnetstreifen nur sehr schwer verändern oder kopieren. Das macht es Kriminellen unmöglich, die Daten auszulesen und auf eine zweite Karte zu übertragen. Außerdem kann mithilfe des EMV-Chips auch die PIN des Karteninhabers offline überprüft werden.

Sicherheitstechnisch besonders problematisch ist die Nutzung der Kreditkarte im Internet, da beim Bezahlen meist nur die Angabe der Kreditkartennummer und die CVC-Prüfziffer erforderlich sind. Kriminelle versuchen häufig, durch betrügerische Phishing-Mails, die vorgeblich von dem Kreditkartenanbieter, der Bank oder einem anderen seriösen Unternehmen stammen, an die entsprechenden Daten zu kommen. Um auch Online-Zahlungen besser abzusichern, bieten deshalb viele Banken inzwischen ein zusätzliches Legitimationsverfahren (beispielsweise „Verified by Visa“ oder bei Mastercard „Securecode“) mittels App oder per SMS verschickter TAN an.

Sollte es dennoch zu einem Missbrauch der Karte kommen, ist die Haftung des Inhabers gesetzlich auf 150 Euro beschränkt – falls er sich nicht grob fahrlässig verhalten und beispielsweise die PIN zusammen mit der Kreditkarte im Portemonnaie aufbewahrt hat. Auch in diesem Fall lohnt es sich, die verschiedenen Kreditkarten zu vergleichen, denn viele Anbieter verzichten sogar auf diese Eigenbeteiligung.

Hier geht es zum E-Book-Ratgeber ‚Kreditkarten‘: http://www.kreditkartenvergleich.com/files/ebooks/kreditkarten.pdf

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