Warum Journalisten uns lieben

24. April 2014 um 09:36

Auf diesem Blog erzählen wir Ihnen immer wieder, was man in einer PR-Agentur den lieben langen Tag so macht. Und das ist auch gut so! Aber warum nicht auch mal andersrum, warum nicht einmal den Hasen von hinten aufrollen? (Moment – das Sprichwort geht eigentlich anders, oder?)

Was machen wir eigentlich NICHT?

Viele Menschen haben zu ihrem Handy ein sehr ambivalentes Verhältnis: Auf der einen Seite können sie ihr Smartphone gar nicht mehr aus der Hand legen – auf der anderen Seite vermeiden sie aber auf Teufel komm raus dessen eigentliche Funktion.

Telefonieren ist uncool, macht keinen Spaß und ist sowieso völlig überholt. Wozu zum Hörer greifen, wenn sich die E-Mail fast wie von alleine schreibt? Besonders unter Praktikanten ist das Telefon das Arbeitsgerät, das mit Abstand am meisten gefürchtet wird. Warum eigentlich?

Das Agentur-Telefon

Oh, du schönstes aller Agenturtelefone.

Ich telefoniere gern. Wirklich gern. Das haben Sie vielleicht schon gemerkt, wenn Sie mich einmal in der Agentur am Telefon erwischt haben. Prinzipiell habe ich – sollte ich in der Agentur sein – nämlich immer Telefondienst. Absolut freiwillig schmeiße ich mich Richtung Telefon, wenn es klingelt. (Komischerweise hat die Türklingel nicht so eine Wirkung auf mich.)

Dennoch habe auch ich meine Grenzen. Da gibt es nämlich dieses eine No-Go in Sachen Telefonieren, was ich schon ziemlich früh lernte und seit dem fest verinnerlicht habe: Du sollst keinem Journalisten hinterhertelefonieren.

Man munkelt, unsere Kontakte zur Fach-Presse seien aus zwei Gründen besonders hervorragend: Zum einen schätzen sie, dass wir Ihnen wirklich nur das liefern, was für sie relevant ist. Mühsam wie Aschenputtel die Linsen aus der Asche pickt, selektieren wir von Fall zu Fall, welche Pressemeldung an welchen Kontakt geht.

Zum anderen – und an dieser Stelle ist mir durchaus bewusst, dass ich mich wiederhole – telefonieren wir Journalisten nicht hinterher. (Sie merken, dieser Punkt ist mir wirklich wichtig.) Wir vertrauen dem Medium E-Mail. Sollte kein akuter Grund zum Misstrauen bestehen, glauben wir dem Programm, wenn es behauptet, alle E-Mails versandt zu haben. Anzurufen, um zu prüfen, ob die Nachricht auch wirklich ihren Weg zum Empfänger gefunden hat, käme uns nie in den Sinn. Kontrollieren, ob sie auch wirklich gelesen wurde, schon gar nicht. Und dafür danken uns die Journalisten. Vielleicht nicht namentlich, vielleicht nicht einmal bewusst, aber unterbewusst ganz sicher. Und zwar immer dann, wenn jemand besonders sicher gehen will und seiner Post hinterhertelefoniert und somit einer busy bee wertvolle Minuten klaut.

Nicht der Rede wert, liebe Journalisten, gern geschehen. 🙂

tl;dr: Man telefoniert seiner E-Mail nicht hinterher.


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