Alle Jahre wieder: Geschäftliche Weihnachtsgrüße

9. Dezember 2014 um 14:00

Mein erstes Weihnachtsgeschenk ist diese Woche im Büro angekommen und ich habe mich riesig gefreut. Warum hat mich diese kleine Geste so berührt? Weil mein Geschäftspartner an mich gedacht hat, ja natürlich, aber das alleine ist es nicht.

Manche Leute meinen, es reiche, eine E-Mail mit blinkenden Weihnachtskugeln, einem Liedchen oder einem bunten Bild zu schicken. Das kommt bei mir gar nicht an. Ich werde dermaßen zugeballert mit E-Mails, dass ich nicht auch noch Weihnachtgrüße per E-Mail brauche. Und schon gar nicht irgendetwas schnell Zusammengeschmissenes, mit dem jemand glaubt, Aufmerksamkeit zu erregen. Nein danke. Dann lieber gar nichts.

Bitte keine E-Mail

Was daran falsch ist und warum die E-Mail mit Weihnachtsgrüßen für mich zu den drei gröbsten Fehlern gehört, die man im Geschäftsverkehr machen kann, habe ich vor einem Jahr schon im Blogbeitrag „Drei Tipps für Ihre geschäftliche Weihnachtspost“ erzählt. E-Mail, langweilige Standardsprüche und gedruckte Unterschriften zeigen, dass der Gruß nur geschickt wurde, weil der Absender in der Weihnachtszeit mal wieder auf sich aufmerksam machen wollte.

Es geht dem Absender um sich selbst, nicht um den Empfänger. Das merkt der Empfänger und nimmt es ihm im schlimmsten Fall sogar übel.

Wenn aber jemand ein liebevoll gestaltetes oder persönlich ausgesuchtes Geschenk schickt oder einen sorgfältig gestalteten Gruß per Post, dem ich ansehe, dass es ihm wichtig ist oder in dem seine besondere Note zum Ausdruck kommt, dann freue ich mich über dieses Zeichen der Wertschätzung. Und die Werthaftigkeit hat nichts mit dem materiellen Wert zu tun, sondern einfach nur mit der Qualität von Idee und Ausführung.

Zwei Beispiele fallen mir spontan ein:

Beispiel 1: Mini-Leatherman mit Logo

Besagter Geschäftspartner, dessen Päckchen am Donnerstag ankam, lässt sich jedes Jahr etwas Besonderes einfallen. Dieses Mal habe ich einen zierlichen Leatherman mit aufgedrucktem Logo bekommen. „Leatherman“ heißen diese kleinen Alleskönner, die einem unterwegs jedes Werkzeug ersetzen: Sie können schneiden, schnitzen, öffnen, sägen, puhlen und schnippsen. Also so etwas wie ein Schweizer Messer, nur mit mehr Funktionen.

Multifunktionstaschenmesser

Mein wunderschöner kleiner Leatherman

Leathermen gibt es von vielen Herstellern, aber ich rate ab von Billigkram: Wenn der Allrounder die erste Kraftprobe nicht besteht und zerbricht, hat das Geschenk ausgedient und landet im Mülleimer. Ein echter großer Leatherman, der unter 100 Euro kostet, taugt nichts. Mit einem guten können Sie aber auch einen Ast von 3 Zentimetern Durchmesser zersägen!

Was mein Mini-Leatherman kann, wird er noch beweisen müssen, aber die ersten Tests sprechen für ihn. Auf jeden Fall ist das ein außergewöhnliches und ausdrucksstarkes Geschenk. Warum?

1. Es ist ungewöhnlich (oder wie viele Leathermen haben Sie schon bekommen?)
2. Es ist hochwertig, schwer und schön verpackt
3. Das aufgedruckte Logo erinnert mich immer an den Schenkenden
4. Es kam in einer schönen Dose, die ich weiterverwenden kann
5. Es ist individuell. (Einer meiner Lieblingspsrüche ist ja: „Eine Frau sollte immer ein Schweizer Messer in der Tasche haben“ 😉 )

Last but not least: In der Anlage fand sich eine an mich adressierte, persönlich von allen meinen Kontakten im Unternehmen unterschriebene Karte. Da geht mir das Herz auf!

Kurz: Ein schönes, hochwertiges, individuelles Geschenk, das zu diesem besonderen Unternehmen DIE ERSTE GEIGE passt.

Beispiel 2: Einfach nur eine Weihnachtskarte?

Mein zweites Beispiel klingt ganz einfach, hat es aber in sich: Seit einigen Jahren bekomme ich von der Grafik-Designerin Uschi Ronnenberg aus Aachen eine hübsche Weihnachtskarte. Wir sind beruflich befreundet, haben gemeinsame Interessen und empfehlen uns gegenseitig, obwohl wir noch nie ein gemeinsames Projekt hatten. Es ist bisher eine sympathische Geschäftspartnerschaft, ohne Verpflichtung und mit gegenseitiger Wertschätzung.

Weihnachtskarte 2013 mit dicken blauen Engeln

Die Weihnachtskarte hängt an meiner Pinwand, bis eine neue kommt

Jedes Jahr freue ich mich besonders auf die immer wieder überraschend und originell gestaltete Weihnachtskarte von Uschi Ronnenberg. Liebe Uschi, ich hoffe, es gibt auch dieses Jahr wieder eine Karte 🙂

Was lernt uns das?*

*Ich weiß, es muss heißen „Was lehrt uns das?“ Manchmal benutze ich absichtlich falsche Formulierungen, um zu testen, ob Sie noch aufmerksam sind 😉

Mein Fazit: Schicken Sie Weihnachtsgrüße, wenn es Ihnen am Herzen liegt und Sie etwas sagen möchten. Machen Sie es nicht aus Pflichtgefühl, denn das merkt der Empfänger. Und machen Sie es erst recht nicht nebenbei und lustlos, denn das verärgert ihn sogar.

In diesem Sinne wünsche ich eine weiterhin frohe Adventszeit und viele gute private und geschäftliche Kontakte! Gerne können Sie hier Ihre eigenen Erlebnisse mit Ihrer Weihnachtspost erzählen.


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