Krisenkommunikation – Ein fast schon weihnachtliches Anliegen

19. Dezember 2013 um 11:05

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber meine Familie ist rund um Weihnachten ziemlich friedlich. Das mag zum einen daran liegen, dass wir das mit der „besinnlichsten Zeit des Jahres“ sehr genau nehmen, zum anderen aber auch daran, dass wir nach Suppe, Sauerkraut und Karpfen einfach viel zu müde sind, um unsinnige Streitigkeiten vom Zaun zu brechen.
Das scheint aber nicht jeder Familie so zu gehen. Nicht umsonst sind die Dezember-Ausgaben vieler Zeitschriften voll mit Tipps, wie Sie Problemen rund um Heiligabend aus dem Weg gehen können.

Damit Sie im Ernstfall richtig handeln

Das Stichwort „Krise“ passt zu Weihnachten wie das Geschenk unter den Baum, die Faust auf das Auge und der Braten in den Ofen. Trotzdem kann eine Krise auch jenseits von Plätzchen, Punsch und Printen viel Schaden anrichten und manchmal ganze Unternehmen, Abteilungen oder Existenzen gefährden.

Auch wir möchten einen Beitrag zu dieser „Tradition“ leisten und Ihnen fünf einfache Ratschläge geben, wie Sie nicht nur private Krisen kompetent überstehen:

1. Hintergrundinformationen bereithalten
Natürlich denkt keiner gerne über eine Katastrophe nach, bevor sie passiert. Trotzdem gilt: Vorbereitung ist alles. Die paar Minuten, die Sie an einem wunderschönen, krisenfreien Arbeitstag dafür aufbringen, Antworten auf wichtige Frage (sogenannte FAQs) zu formulieren, sind sehr gut investiert. Denn bei einer Krise zählt jede Sekunde. Griffbereite und wichtige Informationen, die Sie der Presse schnell zur Verfügung stellen, können darüber entscheiden, wie groß der Schaden letztendlich wird.

Ganz klar eine Krise: Die Schokolade ist leer.

Meine ganz persönliche Krise: Die Schokolade ist leer!

2. Mitarbeiter vor Medien
Mitarbeiter sind die Repräsentanten eines Unternehmens. Und die sollten Sie im Krisenfall bloß nicht aus den Augen verlieren. Egal, wie verführerisch der schnelle Gang vor die Kamera auch sein mag, Ihre Mitarbeiter verdienen, noch vor der Öffentlichkeit informiert zu werden. Das gehört sich nicht nur so, sondern kann auch darüber entscheiden, wie sehr die Mitarbeiter hinter dem Unternehmen stehen.  Deserteure sind ein gefundenes Fressen für die Abendnachrichten!

3. Krisen sind Chefsache
Es gibt Aufgaben, die man relativ unproblematisch an andere delegieren kann: „Rühr doch bitte die Suppe um“, „Reich mir mal die Butter“, „Kannst du eben nach den Nudeln gucken?“ Alles kein Problem. Aber wenn es plötzlich aus dem Ofen, in dem sich der Schmorbraten befindet, qualmt, muss der Küchenchef selbst ran. Krisen sind Chefsache! Wenn die Reputation des Unternehmens in Gefahr ist, empfiehlt es sich, auch mal die Chefetage abzupudern und vor die Kamera zu stellen. Und wenn sie zuvor durch das ein oder andere Medientrainig gejagt wurden, kann doch fast gar nichts mehr schief gehen.

4. Zuständigkeiten klären
Besonders an Weihnachten hat in meiner Familie jeder seine festen Aufgaben: Mein Papa ist für den Tannenbaum verantwortlich, meine Mama macht die Einkäufe. Das war schon immer so und half uns bereits durch etliche kleinere Krisen. Auch in Unternehmen macht so eine Einteilung von Zuständigkeiten Sinn. Wer nachts um drei seine Aufgaben für den Worst Case herunterbeten kann, der gerät vermutlich deutlich weniger in Panik, wenn es darauf ankommt. Was ist Vorbereitung? Vorbereitung ist alles!

5. Kommunizieren Sie
Lassen Sie sich nichts aus der Nase ziehen. Ein Unternehmen, das offen mit seinen Schwierigkeiten umgeht und nicht versucht, sie krampfhaft zu verschleiern, hat eine deutlich bessere Außenwirkung als ein Heimlichtuer. Damit will ich keinesfalls sagen, dass Sie jedes minimale Versäumnis direkt per Rund-Mail veröffentlichen sollten.

Apropos Krise: Bereits im August haben wir Ihnen an dieser Stelle den Leitfaden für Krisenkommunikation der Bundesministerium des Inneren empfohlen.

Mit diesen Hinweisen dürfte nun ja nichts mehr schief laufen – zumindest nicht an Weihnachten.
Wir wünschen Ihnen ein krisenfreies und besinnliches Weihnachtsfest und freuen uns, Sie im neuen Jahr wieder begrüßen zu dürfen.

 

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