5 Gründe, XING nicht professionell zu nutzen

17. November 2014 um 07:15

Menschen, die geschäftlich im Internet unterwegs sind, bezahlen oft hohe Beiträge für sogenannte Microsites oder Banner auf Seiten, auf denen sie sich präsentieren möchten. Bei XING nutzen sie aber selbst die kostenlosen Möglichkeiten nicht, ein Unternehmensprofil und eine Portfolio-Seite einzurichten und sich professionell darzustellen. Warum lassen Unternehmer und Selbständige, Freiberufler und Arbeitssuchende sich diese Riesen-Chance entgehen?

In der Vorbereitung zu unserem Workshop „XING professionell nutzen“ brauchen wir zu jedem Punkt Beispiele, wie man es professionell machen kann und wie es gar nicht gut aussieht. Wenn Sie meinen, wir müssten nach schlechten Beispielen für Profile oder Portfolios oder nach fehlenden Unternehmensseiten suchen, liegen Sie falsch: 95 Prozent sind schlecht. Es ist eher schwierig, gute Beispiele zu finden.

Was ist an den meisten XING-Seiten schlecht? Schlecht ist, dass

  • die Schlüsselwörter an der falschen Stelle stehen
  • das Profilfoto von mieser Qualität oder falsch beschnitten ist
  • ein Portfolio nicht vorhanden oder nicht optimal genutzt ist
  • es gar kein Unternehmensprofil gibt oder, falls es doch eines gibt, dieses zu kurz oder rudimentär ausgefüllt ist oder wie eine Textwüste wirkt

Meine fleißigen Helfer fragen dann immer ganz erstaunt, warum das so ist, wo doch eigentlich eine kostenlose Microsite sehr attraktiv ist und sich mit wenig Aufwand schön gestalten ließe – und XING bietet den Nutzern gleich drei kostenlose Seiten im Internet: das Profil, das Portfolio und das Unternehmensprofil.

Ich versuche einmal, die Gründe aufzuzählen, warum Menschen dieses Angebot nicht nutzen, obwohl es sie – außer ein bisschen Arbeit – nichts kostet.

1. „Denn Sie wissen nicht, was sie tun“

Tatsächlich kennen viele die Möglichkeiten nicht, die XING ihnen bietet: Sie stellen ein Profilbild (mehr schlecht als recht) ein, füllen ihre Ausbildungs- und Arbeitgeberdaten aus – und fertig. Danach nutzen sie XING gar nicht, außer wenn sie angesprochen werden, und das Profil dümpelt vor sich hin. Warum auch nicht.

Warum auch nicht?? Ist Ihnen denn nicht klar, dass Ihr XING-Profil bei Google auf der ersten Seite zu finden ist, wenn jemand nach Ihrem Namen sucht? Als einer der ersten erfolgversprechenden organischen (also „echten“) Treffer nach den Anzeigen wird es dann angeklickt – und was sieht der Betrachter? Ein Party- oder Urlaubsbild, viel zu dunkel oder unscharf, mit weißem Streifen oben und unten? Oder sieht er ein professionelles Bewerbungsfoto, das einen guten Eindruck hinterlässt?

Schioko-Schaufenster, geschmückt für Halloween

Macht Ihr Schaufenster einen guten Eindruck?

Btw: XING hat kürzlich das Format der Fotos auf quadratisch umgestellt. Das wurde leider vorher nicht gut kommuniziert und führt bei vielen bisher schönen Fotos zu einem ungünstigen Ausschnitt oder einer Verzerrung. Überprüfen Sie Ihr Bild daraufhin und ändern eventuell den Ausschnitt, das geht ganz leicht in den Einstellungen. Beachten Sie dabei, dass die Kontaktnummer im grünen Feld unten rechts, die Sie selbst nicht sehen, aber Ihre Kontakte 1. und 2. Grades, im Verhältnis zur Gesamtgröße des Bildes jetzt viel größer ist als vorher und möglicherweise einen Teil Ihres Gesichts verdeckt. Im Zweifelsfall muss also ein größerer Bildausschnitt gewählt werden, damit das Profilbild zur Geltung kommt.

2. „Unternehmensprofil? Welches Unternehmensprofil?“

Auch viele langjährige XING-Mitglieder kennen die kostenlose Unternehmensseite gar nicht. Selbst Unternehmer und Freiberufler, für die diese Seite Gold wert ist, haben sie noch nie wahrgenommen oder denken, sie sei nur für zahlende Kunden, die sie extra bestellen. Daher kommt es, dass man meist auf einer leeren Seite landet, wenn man den Link zum Unternehmen neben dem Profilbild anklickt. „Wir haben leider keine Unternehmen für Ihre Suchkriterien gefunden“ steht da. Das ist nicht nur peinlich, sondern geschäftsschädigend, besagt es doch, dass es Ihr Unternehmen gar nicht gibt.

Tatsächlich kostet das professionelle Employer Branding-Profil zurzeit 395 € im Monat. Das lohnt sich für große Unternehmen und Konzerne, die hier ihr professionelles Mitarbeiter-Recruiting betreiben. Für kleinere Unternehmen und Freiberufler sowie Selbständige gibt es aber das kostenlose Basis-Profil: Sie müssen sich nur einmal registrieren als derjenige, der berechtigt ist, Ihr Unternehmensprofil anzulegen und zu pflegen, dann wird die Seite von XING freigeschaltet.

Auf dieser Seite können Sie neben Branche, Mitarbeiterzahl, Kontaktdaten und Impressum viel Text mit Zwischenüberschriften und Links zu Ihrer Homepage unterbringen. Und wer etwa als Freiberufler gar keine eigene Homepage hat, nutzt diese Microsite exzessiv, um sich selbst ins beste Licht zu setzen und sein Portfolio breit darzustellen. Was für eine Chance!

Mehr zum Unternehmensprofil lesen Sie hier: „Ihr Unternehmensprofil auf XING: Lohnt sich der Aufwand?“ und hier: „Ihr Unternehmen auf XING in 3 Schritten

3. „Warum denn ein Portfolio, wo ich doch schon ein Profil habe?“

Zugegeben, der Name Portfolio leuchtet nicht sofort ein. Aber die Seite macht durchaus sehr viel Sinn. Schauen Sie sich Ihre Profilseite an. Unterhalb vom Foto und Profilspruch sieht die Seite alles andere als attraktiv aus: Graue „Ich suche“- und „Ich biete“-Felder, eine Latte von beruflichen und Ausbildungsstationen, wenn Sie schon länger im Geschäft sind, usw. Fazit: Information: ja, was fürs Auge: nein.

Btw: Hier habe ich ausführlicher beschrieben, wie Sie Ihr XING-Profil optimieren können: „XING-Profil fertig – und jetzt?

Eingang Kirche St. Jakob

Der erste Eindruck zählt

Diese Profilseite ist nun mal für die Suchmaschinen gemacht: für die interne XING-Suche und die anderen, allen voran Google. Für die menschlichen Besucher gibt es besagte Portfolio-Seite: Die können Sie mit Bildern und Links und Sprüchen und Texten gestalten, wie Sie möchten. Selbst als nicht-zahlendes Basis-Mitglied haben Sie viele Möglichkeiten, und als Premium-Mitglied noch mehr. Wenn Sie die Portfolio-Seite schön gestaltet und mit Links versehen haben, vergessen Sie nicht, in Ihren Einstellungen festzulegen, dass diese Seite den Besuchern als erste gezeigt wird. Gefunden werden Sie übers Profil, aber präsentieren können Sie sich viel besser übers Portfolio.

 

4. „XING ist nicht so wichtig wie andere Social-Media-Plattformen“

Dieses Argument zählt natürlich, aber nur, wenn Sie XING privat nutzen: Um ehemalige Schulfreunde, Kommilitonen und Kollegen zu finden und den Kontakt zu halten, eignen sich möglicherweise andere Plattformen besser. Wenn Sie aber ein professionelles Social Network suchen, das Sie für den Austausch von Informationen, die Pflege von Geschäftskontakten oder die Suche nach einem neuen Job nutzen möchten, kommen Sie an XING nicht vorbei:

XING ist das soziale Netzwerk für berufliche Kontakte, vor allem im deutschsprachigen Raum:

  • Mehr als 14 Millionen Mitglieder weltweit, davon 7,7 Millionen im deutschsprachigen Raum (Stand: September 2014).
  • Berufstätige aller Branchen suchen und finden auf XING Jobs, Mitarbeiter, Aufträge, Kooperationspartner, fachlichen Rat oder Geschäftsideen.
  • In rund 66.000 Fachgruppen tauschen Mitglieder sich online aus und treffen sich persönlich auf XING Events.

 

5. „Meine Kunden suchen mich nicht auf XING“

Woher wollen Sie das wissen, wenn Sie es nicht ausprobiert haben? Es gibt Erfahrungsberichte, dass allein die Professionalisierung des Profil-Fotos die Zahl der Besucher auf der XING-Seite vervielfacht hat. Das können Sie ja selbst ganz einfach nachprüfen. Und ein professionelles Unternehmensprofil und ein aussagekräftiges Portfolio bringen Ihnen garantiert mehr Anfragen, vor allem: mehr qualifizierte Anfragen. Und darauf kommt es ja an.

Sicher haben Ihre bisherigen Kunden Sie nicht auf XING gefunden – weil Sie ja gar nicht wirklich präsent dort waren. Und die potentiellen Kunden, die sich auf XING „herumtreiben“, kennen Sie ja noch nicht. Hier schlummert ein Riesenpotential an geschäftlichen Möglichkeiten (oder Job-Chancen), das Sie noch gar nicht angegangen sind.

Ein letztes Argument zum Schluss: Selbst wenn die Hälfte der Nutzer auf XING so passiv ist wie Sie selbst – für die andere Hälfte lohnt es sich vielleicht, ein bisschen mehr Arbeit in Ihre Darstellung auf XING zu stecken. Betrachten Sie es als Aufwand, den Sie ins Marketing stecken – und den Sie woanders einsparen können.

Übrigens: In meinem Workshop am Freitag ist noch ein Platz frei: „Workshop: Wie Sie XING professionell nutzen„. Vielleicht haben Sie Lust und Zeit, sich in einer Kleingruppe schlau zu machen, wie Sie über XING neue Kunden und Kontakte gewinnen? Dann melden Sie sich einfach an.

Viel Erfolg und eine schöne Woche! Ich freue mich auf Ihre Fragen, Einwände und Erfahrungen.

 

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