Zwei Wochen faltmann PR: Ein Plädoyer für Schüler-Praktika

7. April 2015 um 14:00

Schülerpraktikant Jonas berichtet über zwei Wochen Erfahrungen in der Agentur faltmann PR, in denen er sich mit Workshop-Vorbereitung, der Business-Plattform XING und der unvermeidbaren Datenbank Salesforce sowie zahlreichen Internet-Recherchen beschäftigte. Vor allem aber ist sein Bericht ein Plädoyer für Praktika in Unternehmen.

Von unserer Schule aus wird für alle Schüler der 11. Klasse während der Schulzeit vor den Osterferien die Zeit für ein zweiwöchiges Praktikum bereitgestellt. Von einigen wenigen Schulen im Kreis Aachen beschäftigt sich die Gesamtschule Aachen-Brand aktiv mit der Berufsvorbereitung ihrer Schüler. Dazu gehören neben den Praktika Tage der Berufsorientierung, bei denen jeder Schüler die Gelegenheit bekommt, sein Berufsfeld zu entdecken und gewisse Berufe aus den verschiedensten Feldern praktisch zu erforschen. Da ich Spaß an Öffentlichkeitsarbeit und Social Media habe und gerne eigene Texte verfasse, hatte ich mich entschieden, mein Praktikum bei faltmann PR zu absolvieren.

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Gartenzwerge in der Reihe

Wichtig ist, ob Du gerne zur Arbeit gehst

Oftmals habe ich von Schülern aus meiner Stufe gehört, dass sie keine Zeit mit der Wahl und der Suche nach ihrem Praktikumsplatz verbringen wollen. Sie möchten sich, ohne auch nur einen Gedanken an dieses Thema zu verlieren, bei einem Betrieb bewerben, der möglichst entspannt für sie ist. Überlegt man sich allerdings genau, welcher Bereich einem Spaß machen könnte, und kommt dann an seinem ersten Praktikumstag zu seinem Arbeitsplatz und wird von den Mitarbeitern freundlich begrüßt, dann weiß man, dass die Mühe sich gelohnt hat. Wenn man das Gefühl bekommt, willkommen zu sein, dann kommt man doch gerne am nächsten Tag wieder, auch wenn es vielleicht anstrengender als Schule ist.

Mein erster Tag bei faltmann PR

Für mich fing mein Praktikum bei faltmann PR sehr erfolgreich an. Ich wurde freundlich willkommen geheißen und hatte von Anfang an einen eigenen Platz, an dem ich arbeiten konnte. Daran habe ich gemerkt, dass sich hier jemand ernsthaft Gedanken gemacht hat, wie ich als Praktikant am besten in das Aufgabenfeld integriert werden und so einiges über den Betrieb lernen kann.

Arbeitsplatz mit Laptop und Monitor

Ein eigener Arbeitsplatz zeigt, dass Du einen Platz im Team hast

Ich hatte sofort die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der Agentur zu bekommen und  gleichzeitig einige hilfreiche Erfahrungen zu erwerben. Ich habe zum Beispiel Plattformen kennengelernt, die meiner Meinung nach sehr hilfreich im späteren Berufsleben sein können. So habe ich selber einiges an Wissen für mich persönlich mitnehmen können.

Zuvor war für mich dieses Aufgabenfeld Neuland. Ich hatte leider noch nicht so viel mit Social Media – abgesehen vom privaten Gebrauch – und Pressemitteilungen oder Blog-Beiträgen beziehungsweise Öffentlichkeitsarbeit für IT-Unternehmen generell zu tun gehabt. Ich konnte mich aber recht schnell mit den Aufgaben identifizieren und hatte besonders viel Spaß dabei, einen Blog-Beitrag zu schreiben.

Allerdings sind die Aufgaben, die anfallen, immer unterschiedlich und beziehen sich darauf, was die Kunden gerade benötigen oder verlangen. Es ist also ein sehr großes und vielfältiges Aufgabenfeld. Gerade diese Abwechslung in den Aufgaben finde ich persönlich sehr spannend und es wird nicht langweilig. So gibt es fast jeden Tag neue Aufgaben, die bewältigt werden müssen.

Handout für den Workshop "XING professionell nutzen"

Das Handout half mir bei meinem eigenen XING-Profil

Zu meiner Praktikumszeit ging es sehr viel um die Plattform “XING“, insbesondere die Optimierung der Profile von Kunden. Da ich mich vorher noch nicht mit XING auseinander gesetzt hatte, waren die Projekte und Überarbeitungen der Profile von Kunden auch mir eine sehr große Hilfe. Ich konnte beispielsweise gleichzeitig mit den Kunden während eines Workshops lernen, wie ich mein XING-Profil am besten gestalte und aufbaue. Anhand des Workshop-Hand-outs zum Erstellen eines optimalen XING-Profils konnte ich überprüfen, ob mein Profil verständlich für die Kunden ist.

Über XING & Co.

Wie eingangs erwähnt, fand ich den Workshop bezüglich der XING-Profile von Kunden sehr interessant, da ich hier auch einige Kenntnisse für mich persönlich gewinnen konnte. An diesem Workshop haben vier Interessenten teilgenommen, die ihr Profil für sich als Privatperson oder ihr Unternehmen verbessern wollten. Da es nur vier Teilnehmer waren, konnte jeder ziemlich individuell zu seinem Profil beraten werden und es war eine lockere Atmosphäre. Alle Teilnehmer wirkten sehr interessiert und neugierig. Außerdem waren sie dankbar, neue Techniken im Umgang mit XING und der Optimierung ihrer Profile gewonnen zu haben.

Raum für den Workshop

Der Raum für den Workshop musste vorbereitet werden

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil meines Praktikums war es, im Internet zu recherchieren. Beispielsweise, ob Internetseiten von Kunden beziehungsweise möglichen Partnern seriös sind. Und natürlich muss man sich auch ein Bild von den Kunden machen: wie sie sich im Internet präsentieren und wie man diesen Auftritt optimieren kann.

Weiterhin habe ich nach potentiellen Käufern der Produkte von Kunden gesucht. Zum Schluss meines Praktikums habe ich mich mit dem CRM-Tool (Customer Relationship Management Tool) “Salesforce“ vertraut gemacht. Salesforce ist eine webbasierte Datenbank, in der Kontaktdaten von Kunden, Lieferanten und Partnern gesammelt und Presseverteiler erstellt werden können. Pressemitteilungen werden an diese Kontakte (Zeitungen, Journalisten, Magazine etc.) verschickt und in weitere Online-Portale eingestellt. Z

Jede Woche haben sich alle Mitarbeiter der Agentur zu einer Protokollsitzung zusammengesetzt, bei der besprochen wurde, welche Aufgaben erledigt sind, und die neuen Aufgaben verteilt wurden. Ich fand es sehr interessant, selbst wenn ich später nicht in dieser Branche arbeiten möchte, wie viel Wissen und Erfahrungen ich mir in dieser doch so kurzen Zeit aneignen konnte. Ich bin sicher, dass dieses Wissen mir später durchaus nützlich sein kann.

Es war schade, dass die Praktikumszeit so kurz war, denn andernfalls hätte ich ein Projekt von Anfang bis Ende begleiten können. Ich stelle es mir sehr spannend vor, wenn man am Ende auch ein Ergebnis seiner Arbeit sehen kann. Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht, einen Einblick in diese Branche zu bekommen.

Was bringt uns Schülern ein Praktikum?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für immer mehr Jugendliche, die vor oder in einem Praktikum stehen, das Praktikum an Wert verliert. Die eigentliche Funktion, sich über das Berufsfeld zu informieren, um für sich selber abwägen zu können, ob dieser Beruf im späteren Leben in Frage kommen könnte, steht nicht mehr im Vordergrund. Es geht immer häufiger darum, einen möglichst geringen Arbeitsaufwand zu haben. Das Praktikum und seine eigentliche Funktion werden dabei missbraucht.

Mädchen vor einem Riesensofa

Im Praktikum erkennst Du, ob der Arbeitsplatz Dir passt 😉

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass die Schüler sich keine zu große Mühe machen wollen oder ob ihnen vielleicht schon klar ist, welchen Beruf sie später einmal ausüben werden. Allerdings wäre ein Praktikum gerade dann hilfreich, um sich zum einen zu vergewissern, ob genau dieser Beruf der richtige ist, zum anderen aber auch, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Würde man sich intensiver damit beschäftigen, würde einem schnell bewusst, wie hilfreich ein Praktikum sein kann und welchen Vorteil man sich in Bezug auf die Berufswahl verschaffen kann. Denn ein Praktikum ist nichts Selbstverständliches. Einige Schulen verschwenden mit dem Thema Praktikum erst gar keine Zeit, was ich persönlich für einen großen Fehler halte.

Während der Schulzeit geht es nicht nur darum, sich möglichst viel Wissen anzueignen, sondern die Schule und ihre Lehrer sind dazu da, ihre Schüler auf das spätere Leben vorzubereiten. Dabei sind die Berufswahl und die Tatsache, dass Schüler eine Ahnung von ihren Interessen beziehungsweise ihren Stärken bekommen, von großer Bedeutung. Denn der Beruf fängt bereits in der Schule an. Schließlich werden sie ihren Job möglichwerweise bis zur Rente durchführen müssen.

Zusätzlich kann ein Schüler bereits wichtige Qualifikationen gewinnen, die bei einer Bewerbung sehr hilfreich sind und bei den Unternehmen positiv ankommen. Auch Vorstellungen vom vermeintlichen Traumjob können sich während eines Praktikums ändern. Deswegen kann es meiner Meinung nach nur von Vorteil sein, wenn Schüler die Gelegenheit bekommen, darüber in einem Praktikum nachzudenken und sich ein erstes Bild zu verschaffen.

Mit dem Praktikum bei faltmann PR habe ich bereits drei Praktika in verschiedenen Firmen verbringen können. Alle haben mir geholfen, einen Blick in das Arbeitsleben zu werfen und wichtige praktische Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln, wozu ich andernfalls nicht in der Lage gewesen wäre. Ich hätte wahrscheinlich erst viel später meine persönlichen Interessen und Stärken entdeckt. Es ist nur von Vorteil, wenn man sich über dieses Thema so früh wie möglich im Klaren ist. So kann man schon während der Schulzeit auf seinen Wunschberuf hinarbeiten. Da es heutzutage so viele verschiedene Berufe gibt, ist es wirklich sehr schwer, sich für einen zu entscheiden, ohne ihn mal in einem Praktikum kennengelernt zu haben.

Ich denke, dass jeder, der die Chance geboten bekommt, ein Praktikum in einem Betrieb zu absolvieren, sie auf jeden Fall ergreifen sollte. Es ist überraschend, wie viel man während dieser Zeit dazulernen kann. Auch wenn es vielleicht nicht der Traumjob ist, wird man einige wichtige Erfahrungen mitnehmen. Selbst wenn man lange Arbeitszeiten hat oder sich mit Kollegen nicht so gut versteht, ist es eine Erfahrung, die man im späteren Berufsleben gut brauchen kann.

Man muss bedenken, dass ein Praktikum nicht nur dann erfolgreich ist, wenn man während der Praktikumszeit Spaß hat. Denn selbst wenn man keinen Spaß hatte, hat man immerhin die Erkenntnis dazugewonnen, dass man diesen Beruf im späteren Leben nicht ausüben möchte. Und diese Klarheit gilt es während der Praktikumszeit zu erlangen. Natürlich ist es besonders schön, wenn man während der Zeit auch Gefallen an den Tätigkeiten findet, aber die Praktikumszeit ist an erster Stelle dazu da, sich über einen Beruf und sein Aufgabenfeld zu informieren.

Last but not least

Ich möchte mich noch ganz herzlich bei faltmann PR und den Kolleginnen bedanken, dass ich die Chance bekommen habe, dort mein Praktikum zu verbringen. Für mich war es eine sehr erfolgreiche Zeit, in der ich einiges an Wissen mitnehmen konnte und meine Interessen in Social Media und Blog-Beiträgen gefunden habe. Ich hatte während der Zeit viel Spaß und habe mich gut mit dem Team verstanden.


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