Social Media – der neue Weg, sich zu bewerben?

13. April 2015 um 08:07

Mit neuen und ungewöhnlichen Methoden der Bewerbung können Sie auf sich aufmerksam machen und Ihre Kompetenz demonstrieren. Wir stellen Ihnen einige Möglichkeiten und kreative Ideen vor.

So wie Unternehmen ihr Portfolio im Netz bewerben, können die Social-Media-Kanäle auch genutzt werden, um ein Bewerber-Portfolio zu präsentieren. Hierzu ist es auf allen relevanten Social-Media-Portalen wichtig, ein aussagekräftiges Profil zu erstellen, das sich von der Masse abhebt.

XING und LinkedIn

Die Business-Plattformen XING und LinkedIn sind fast jedem Arbeitnehmer ein Begriff und die meisten haben in mindestens einer dieser Plattformen schon ein Profil erstellt. Laut Stephan Koß haben mehr als 650.000 Mitarbeiter der großen DAX-30-Konzerne ein Profil auf LinkedIn und mehr als 200.000 auf XING. XING ist das Business-Portal für den deutschsprachigen Raum, während die amerikanische Plattform LinkedIn der Vernetzung auf internationaler Ebene dient.

Spätestens, wenn die Jobsuche losgeht, sollte das Profil professionell und aussagekräftig erstellt sein. In beiden Portalen kann man neben den klassischen Angaben zum Werdegang auch die eigene Expertise bewerben. Wichtig ist, dass die Profile immer aktuell sind. XING bietet Basis- und Premium-Mitgliedern die Möglichkeit, sich auf drei Seiten darzustellen: Profilseite, Portfolioseite und Unternehmensprofil.

Facebook, Twitter & Co.

Während die Business-Plattformen ganz klar von beiden Seiten – den Arbeitssuchenden und den Personalern – für genau diesen Zweck genutzt werden, gehen die Meinungen bei den anderen Portalen weit auseinander.

Frau trägt großen Müllsack, der ihr Gesicht verdeckt

Was verbirgt sich dahinter?

Aber nicht nur die beiden Business-Plattformen eignen sich dafür, ein Netzwerk aufzubauen und Informationen zu erhalten, die der Karriere nützlich sind. Auch die anderen Kanäle – jeder in seiner eigenen Weise – können hierfür eingesetzt werden.

Echtzeit-Microblogging-Dienst Twitter

Mittlerweile gibt es immer mehr Stellenausschreibungen auf Twitter. Manche Unternehmen erlauben sogar nur noch Bewerbungen über einen Tweet. Ein Tweet lässt nur 140 Zeichen zu, das ist eine erhebliche Einschränkung für einen Bewerber. Geschickt gemacht – zum Beispiel mit einem Link oder der Kontaktaufnahme mit dem Personaler vor Versenden der Bewerbung – kann gerade ein Tweet hohe Aufmerksamkeit generieren. Für Jobs im Social-Media-Bereich ist dieses Format mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Pinterest: Nutzen Sie Ihre Pins als Bewerbungstool

Grundsätzlich hängt der Erfolg einer Bewerbung über Pinterest davon ab, in welcher Branche Sie tätig werden möchten. Besonders im kreativen Bereich oder als Freiberufler oder Selbständiger ist Pinterest eine interessante Alternative beziehungsweise Ergänzung zur normalen Bewerbung um eine Arbeitsstelle – oder zur Bewerbung des eigenen Portfolios.

Den Charme von Pinterest macht die einfach zu handhabende Darstellung des eigenen Portfolios auf einer Pinwand aus. Trotz der einfachen Handhabung ist aber auch hier eine strategische Herangehensweise notwendig, um erfolgreich zu sein. Nachdem ich mir zunächst die Inhalte wohl überlegt habe, müssen sie an die Zielperson (das Zielunternehmen) gebracht werden. Aber wie mache ich das?

Eine Grundphilosophie der sozialen Medien ist, dass derjenige Follower erhält, wer selbst anderen folgt. Eine Möglichkeit ist, Personen zu folgen, die im gewünschten Arbeitsbereich tätig sind. Oder man folgt dem Wunsch-Unternehmen selbst, um regelmäßig über Neuigkeiten informiert zu werden, und repinnt dessen Pins.

Kleine Straße durch Felder

Mut zu neuen Wegen

Eigene Follower erhält man auch, wenn man sich aktiv einbringt, zum Beispiel mit Beiträgen auf Pinnwänden über Bewerbung, Karriere und Weiterbildung. Durch das Teilen der eigenen Profile auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen und Links zum eigenen Blog oder auch der eigenen Website generiert und erhöht man den Traffic zu seinen Profilen.

Auch hier gilt: Beachten Sie die Bildrechte!

Ganz wichtig für die Arbeit im Netz ist der richtige Umgang mit Bildern: Achten Sie darauf, dass Sie vorher die Bildrechte kaufen oder nutzen Sie eigene Bilder. Als nächster Punkt ist die Beschriftung der Bilder essentiell, um gefunden zu werden. Für die Schlagworte stehen nur 500 Zeichen zur Verfügung, das bedingt eine sinnvolle und aussagekräftige Beschriftung.

Dies gilt auch für andere Dokumente, beispielsweise für den Lebenslauf als Pin. Mit Schlagwörtern – Berufswunsch, Kenntnisse, jetziger und früherer Arbeitgeber – erhöhen Sie die Chance, gefunden zu werden. Nutzen Sie Analyseprogramme, um relevante Suchbegriffe zu recherchieren (zum Beispiel Google Analytics).

Facebook – last but not least

Facebook ist schon lange nicht mehr nur eine private Plattform. Viele Unternehmen pflegen eine Fanpage (so wird die Unternehmensseite auf Facebook genannt). Facebook ist mittlerweile ein wichtiger Kanal im Bewerbungsprozess geworden. Die Unternehmen schreiben offene Stellen in Facebook aus und versuchen, über die „lockere Kommunikation in Facebook“ gerade Berufseinsteigern die Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Hässliche Amphibie

Zeigen Sie sich auf Facebook nur von Ihrer schönsten Seite

Auf der anderen Seite überprüfen Personaler die Facebook-Profile von Bewerbern. Dies hat schon vielen Kandidaten letztlich das Genick gebrochen. Aber noch aus einem anderen Grund sollte Facebook im Arbeitsleben nicht unbeachtet bleiben: Personalabteilungen gehen dazu über, die Facebook-Profile ihrer angestellten Mitarbeiter einem regelmäßigen Check zu unterziehen. Das kann so manche aussichtsreiche Karriere beenden.

Gerade die Tatsache, dass Personalabteilungen Facebook als Informationsquelle ausschöpfen, kann im Bewerbungsprozess nützlich sein.

Eine Bewerbungsseite in Facebook

Warum bauen Sie nicht neben Ihrer privaten Facebook-Seite eine Facebook-Seite als Bewerbungsmappe auf? Der Zeitstrahl in Facebook eignet sich hervorragend für den Lebenslauf. Ideal ist, wenn man die beruflichen Abschnitte mit den Facebook-Profilen oder Websites der entsprechenden Firmen verlinkt. Die Bewerbungsseite kann dann noch mit PDFs und Bildern vervollständigt werden.

Um auf sich aufmerksam zu machen, liked man die Facebook-Fanpages der Wunsch-Unternehmen und hinterlässt im Blog den Hinweis auf seine Facebook-Bewerbungsseite. Davor kann man noch seine eigenen Kontakte bitten, die Bewerbungsseite zu liken und eine Bewertung der Seite abzugeben. Eine bessere Reputation kann man sich im Netz kaum verschaffen.

Fazit

Mittlerweile werden 75 Prozent der Bewerbungen in elektronischer Form verschickt. Daher bietet der Weg über die sozialen Plattformen die Möglichkeit, sich aus der breiten Masse abzuheben.

Grundsätzlich müssen Sie sich aber klarmachen, dass Daten und Informationen auf den Social-Media-Kanälen öffentlich zugänglich sind. Die öffentliche Sichtbarkeit können Sie jedoch in den Einstellungen der Privatsphäre limitieren. Die sozialen Kanäle sind dazu da, schnell und informell Kontakt zu anderen Nutzern aufzunehmen und Informationen zu verbreiten und zu teilen. Hierfür sollten Sie sich im Vorfeld darüber bewusst sein, was Sie mit wem teilen möchten und welches Ziel Sie verfolgen.

Diesen Voraussetzungen entsprechend wählen Sie die Plattform und die Einstellungen. So können Sie je nach Zweck die Vorteile der sozialen Netzwerke für sich nutzen, ohne sich als gläserne Person im Netz zu bewegen.

Und Sie, lieber Leser?

„Love it or leave it”? Welche Erfahrungen haben Sie mit Social Media gemacht? Ist es zu Ihrem täglichen Kommunikationswerkzeug geworden oder verbannen Sie es in „Teufels Küche“? Ich würde mich freuen, Ihre Meinung zum Thema zu erfahren.

 

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