Social Media Guidelines ganz einfach

23. Juli 2013 um 09:09

Social Media Guidelines sind wichtig, auch wenn Ihr Unternehmen gar nicht in sozialen Netzwerken aktiv ist. Hier erfahren Sie, warum das so ist, welche Inhalte in die Verhaltensrichtlinien gehören, und wo Sie Beispiele anderer Unternehmen finden, damit Sie Ihren eigenen Leitfaden entwerfen können.

Was sind Social Media Guidelines?

Social Media Guidelines geben vor, wie die Mitarbeiter eines Unternehmens sich bei der Kommunikation im Social Web verhalten sollen. Dazu gehört zum Beispiel, welche Inhalte gepostet werden dürfen. Das schließt auch die private Nutzung ein, zumindest immer dann, wenn ein Bezug zum Unternehmen besteht.

Social Media Guidelines

Guidelines sind keine Gesetze, sondern sollen dem Personal eine Hilfestellung beim Umgang mit den Medien geben. Sie lassen sich aber trotzdem mit dem Arbeitsvertrag verknüpfen. Wie streng das gehandelt wird, liegt im Ermessen des Unternehmens.

Mehr Sicherheit für Mitarbeiter und Unternehmen

Warum braucht ein Unternehmen diese Vorgaben, obwohl es selbst gar nicht aktiv in den Social Media unterwegs ist? Wichtig sind die Guidelines, weil jeder Mitarbeiter immer auch ein Botschafter des Unternehmens ist. Verhält er sich im Web nicht richtig, kann das dem Ruf der Organisation schaden. Umgekehrt geben die Guidelines dem eigenen Personal Sicherheit: Jeder weiß, was er darf und was er lieber lassen sollte. Das bewahrt etwa vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

 

Was gehört in die  Social Media Guidelines?

Das Vorwort: Machen Sie Ihren Mitarbeitern deutlich, warum Guidelines wichtig sind.

Nicht jeder Mitarbeiter bewegt sich selbstbewusst und selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Viele Nutzer haben keine genaue Vorstellung davon oder setzen Social Media mit Facebook gleich. Erklären Sie deshalb kurz,  worum es genau geht und wie Ihr Unternehmen Social Media einsetzt. Stellen Sie die Bedeutung für das eigene Unternehmen heraus.

Kommunizieren Mitarbeiter aktiv für das Unternehmen? Dann erklären Sie, welche die Zielgruppen sind, welche Botschaften Sie vermitteln möchten und was die Unternehmensziele sind. Diese  interne Unternehmenskommunikation ist essentiell. Denn wie sollen die Mitarbeiter eine Botschaft rüberbringen, wenn ihnen selbst nicht bewusst ist, für was das eigene Unternehmen steht? Trotzdem: Halten Sie sich kurz. Langes Herumphilosophieren langweilt nicht nur Ihre Kunden, sondern auch Ihre Mitarbeiter.

Weniger ist mehr: Erstellen Sie eine übersichtliche Liste für die einzelnen Richtlinien.

Sie können Ihre Guidelines so voll packen wie die AGB. Es reicht aber, wenn Sie einige Kernpunkte abdecken. Am besten kurz und stichwortartig, damit Ihre Mitarbeiter eine einfache Checkliste griffbereit haben.

Beispiele für Kernthemen in den Social-Media-Richtlinien:

  • Bewusstsein:
    Erst denken, dann schreiben. Fordern Sie die Mitarbeiter zum Nachdenken auf. „Hat meine Aussage einen Bezug zum Unternehmen? Darf ich das schreiben? Das Web vergisst (fast) nie!“
  • Transparenz und Authentizität:
    Mitarbeiter sollen ihren Namen nennen und ihre Unternehmenszugehörigkeit nicht verstecken. Private Meinungen müssen klar getrennt werden von Statements im Namen des Unternehmens.
  • Gesetze:
    Erklären Sie, was Mitarbeiter etwa zum Thema Datenschutz, Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht oder Wettbewerbsrecht beachten müssen.
  • Loyalität:
    Machen Sie den Mitarbeitern klar, dass sie dem Unternehmen niemals bewusst Schaden zufügen dürfen. Das ist sogar strafbar. Zeigen Sie, wo die Grenzen der Kritik an der eigenen Organisation liegen.
  • Inhalte:
    Was dürfen Mitarbeiter veröffentlichen? Erinnern Sie sie an die Verschwiegenheitspflicht laut Arbeitsvertrag, damit Betriebsgeheimnisse auch geheim bleiben.
  • Tipps:
    Leiten Sie die Mitarbeiter an, damit sie guten Content schaffen. Eine Devise lautet „Mehrwehrt für den Nutzer beachten und regelmäßig posten.“
  • Die „Netiquette“:
    Eigentlich selbstverständlich – das respektvolle Verhalten auch im Netz. Stellen sie klar, dass Beleidigungen, Drohungen und üble Nachrede ein No-Go sind. Ein möglicher Merksatz: „Würde ich das auch meinem Gegenüber ins Gesicht sagen?“
  • Ansprechpartner und Hilfe:
    Sehr wichtig! Nennen Sie einen festen Ansprechpartner, der auf alle Rückfragen kompetente Antworten gibt und Hilfestellungen liefert.
  • Monitoring und Online Reputation:
    Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter, Beiträge über das Unternehmen, die sie im Netz finden, dem Verantwortlichen zu melden. So gewinnen Sie wichtige Erkenntnisse über die Bedürfnisse Ihrer Kunden. Stichwort: Consumer Insights. Außerdem können Sie im Fall von negativer Kritik schneller reagieren und einen Shitstorm vermeiden.

Weitere Informationen zu diesen und anderen Inhalten sind in der Broschüre „Social Media Guidelines – Tipps für Unternehmen“ vom BITKOM enhalten.

Beispiele für Social Media Guidelines

Ist Ihnen das alles zu theoretisch? Sie finden Anregungen für den eigenen Entwurf in anderen Guidelines. Eine sehr gute Liste mit Links zu Guidelines von über 60 deutschen Unternehmen, z.B. von Telekom oder DHL, hat Christian Buggisch zusammengestellt. Noch mehr Beispiele finden Sie auf der englischsprachigen Zusammenstellung von fast 300 Guidelines internationaler Unternehmen.

Viel Spaß beim Stöbern und viel Erfolg beim Erstellen der Guidelines! Wer noch weitere Tipps hat und wichtige Inhalte ergänzen möchte, kann das gerne in den Kommentaren tun.

 

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